Kurs-Gewinn-Verhältnis
Aktienkurs ÷ Gewinn je Aktie. Wie viel zahlt der Markt für 1 EUR Unternehmensgewinn. Meistgenutzte Bewertungsgröße weltweit. Vergleich immer innerhalb derselben Branche. Gut: <15× · Fair: 15–20× · Teuer: >20×.
Aktienkurs ÷ Gewinn je Aktie. Wie viel zahlt der Markt für 1 EUR Unternehmensgewinn. Meistgenutzte Bewertungsgröße weltweit. Vergleich immer innerhalb derselben Branche. Gut: <15× · Fair: 15–20× · Teuer: >20×.
Aktienkurs ÷ Buchwert je Aktie. Vergleich von Marktbewertung mit bilanziellem Eigenkapital. Besonders relevant bei Banken, Versicherern und kapitalintensiven Branchen. Gut: <1,0× · Fair: 1–2× · Teuer: >2,0×.
Beliebteste M&A-Bewertungsmetrik. Unabhängig von Kapitalstruktur und Steuersystem — ideal für internationalen Branchenvergleich und Übernahmeanalysen. Gut: <8× · Fair: 8–12× · Teuer: >12×.
Relevant für wachstumsstarke Unternehmen ohne Gewinn (SaaS, Tech). Zeigt, was der Markt pro Euro Umsatz zu zahlen bereit ist. Gut: <1,0× · Fair: 1–2× · Teuer: >2,0×.
KGV ÷ jährliche Gewinnwachstumsrate. Korrigiert das KGV um die Wachstumsrate. Wachstumsaktien mit hohem KGV, aber schnellem Gewinnwachstum können trotzdem günstig sein. Günstig: <1,0 · Fair: 1–2 · Teuer: >2,0.
Marktkapitalisierung ÷ Jahresumsatz. Nützlich, wenn keine Gewinne vorhanden. Manipulationsresistenter als das KGV, da Umsätze schwerer zu glätten sind als Bilanzgewinne. Gut: <2× · Fair: 2–5× · Teuer: >5×.
Jahresüberschuss ÷ Eigenkapital × 100. Zeigt, wie profitabel das Management mit dem Eigenkapital arbeitet. Buffetts Lieblingsmetrik — er sucht dauerhaft >15 % über einen Konjunkturzyklus. Gut: >15 % · Fair: 10–15 % · Schwach: <10 %.
EBITDA ÷ Umsatz × 100. Operative Ertragsstärke vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Zeigt Profitabilität des Kerngeschäfts unabhängig von Kapitalstruktur und Steuereffekten. Gut: >20 % · Fair: 10–20 % · Schwach: <10 %.
Jahresüberschuss ÷ Umsatz × 100. Wie viel Gewinn nach allen Kosten pro Euro Umsatz übrig bleibt. Hohe Nettomargen signalisieren Preismacht — ein starkes Indiz für einen wirtschaftlichen Burggraben. Gut: >15 % · Fair: 5–15 % · Kritisch: <5 %.
(Umsatz aktuell − Umsatz Vorjahr) ÷ Umsatz Vorjahr × 100. Primäre Wachstumsmetrik. Wichtig: Wachstum muss profitabel sein — reines Umsatzwachstum auf Kosten der Marge ist kein Qualitätsmerkmal. Stark: >15 % · Solide: 5–15 % · Schwach: <5 %.
Wachstum des Gewinns je Aktie. Zeigt, ob das Unternehmen profitabler wird — nicht nur größer. EPS-Wachstum durch Aktienrückkäufe ist weniger nachhaltig als durch operative Verbesserungen. Stark: >15 % · Solide: 5–15 % · Schwach: <5 %.
Aussagekräftiger als EPS-Wachstum, weil Cashflow schwerer zu manipulieren ist. Unternehmen mit dauerhaft wachsendem FCF schaffen langfristig den größten Aktionärswert. Stark: >15 % · Solide: 5–15 % · Schwach: <5 %.
Eigenkapital ÷ Gesamtkapital × 100. Anteil der Eigenfinanzierung am Gesamtkapital. Hohe Eigenkapitalquote bedeutet größere Krisenresistenz und Unabhängigkeit von Fremdkapitalmärkten. Solide: >40 % · Akzeptabel: 25–40 % · Kritisch: <25 %.
(Finanzschulden − Liquidität) ÷ Eigenkapital × 100. Zeigt, wie stark das Unternehmen auf Fremdkapital angewiesen ist. Negative Werte (Net Cash) sind das Ideal. Gut: <50 % · Fair: 50–75 % · Kritisch: >75 %.
Nettoverschuldung ÷ EBITDA. Kernkennzahl für Kreditwürdigkeit. Zeigt, wie viele Jahre operativer Gewinn zur vollständigen Schuldenrückzahlung benötigt würden. Gut: <2× · Fair: 2–3× · Kritisch: >4×.
Marktkapitalisierung ÷ operativer Cashflow. Robustere Alternative zum KGV — Cashflow ist schwerer zu manipulieren als Bilanzgewinn. Besonders aussagekräftig bei Unternehmen mit hohen Abschreibungen. Günstig: <10× · Fair: 10–15× · Teuer: >15×.
Operativer Cashflow − CapEx. Das echte Geld — was nach allen Investitionen übrig bleibt. FCF ist die Basis für Dividenden, Aktienrückkäufe und Schuldenabbau. Wichtigste absolute Cashflow-Metrik. Positiv & wachsend · Positiv stabil · Negativ >2 J kritisch.
Kovarianz(Aktie, Index) ÷ Varianz(Index). Misst die Kurssensitivität gegenüber dem Gesamtmarkt. Beta >1 = volatiler als Markt, <1 = defensiver. Relevant für Portfolio-Risikosteuerung. Defensiv: <1 · Wachstum: 1–1,5 · Spekulativ: >2.
Aktienkurs × Anzahl ausgegebener Aktien. Gesamtmarktwert aus Aktionärsperspektive. Klassifizierung: Small Cap <2 Mrd. EUR, Mid Cap 2–10 Mrd., Large Cap >10 Mrd. Large: stabil · Mid: Wachstum · Small: Risiko ↑.
Marktkapitalisierung + Nettoschulden + Minderheiten. Der vollständige Übernahmepreis — was ein Käufer tatsächlich zahlen müsste, inklusive aller Schulden und abzüglich der Kassenbestände. EV < Mkt-Cap (Net Cash) · EV ≈ Mkt-Cap · EV ≫ Mkt-Cap (verschuldet).
Dividende je Aktie ÷ Aktienkurs × 100. Laufende Ausschüttungsrendite. Payout Ratio (Dividende ÷ EPS) zeigt Nachhaltigkeit — über 75 % gilt als gefährdet. Kombination mit Dividendenwachstum entscheidend. Yield: >3 % · Payout solide: <50 % · Payout kritisch: >75 %.
Umsatzwachstum: >15 % p.a.
EPS-Wachstum: >15 % p.a.
PEG Ratio: <1,0 — KGV relativ zum Wachstum
EV/Umsatz: <5× (frühe Phase akzeptabel)
FCF-Wachstum: >20 % — wichtiger als aktuelle Marge
EBITDA-Marge: Verbesserungstrend entscheidend
Beta: 1,0–2,0 — höhere Volatilität akzeptiert
KGV / KBV: <15× / <1,5× (vs. Branchenpeer)
EV/EBITDA: <8× — Kernanforderung
ROE: >15 % dauerhaft über den Zyklus
Net Debt/EBITDA: <2× — krisenresistente Bilanz
Dividendenrendite: >3 % laufender Cashflow
Free Cashflow: Positiv & stabil über min. 5 Jahre
Beta: <1,0 — defensive Positionierung
Zahlen sind die Grundlage jeder Anlageentscheidung, aber sie ersetzen weder das Verständnis des Geschäftsmodells, noch die Bewertung des Managements oder das Studium des Wettbewerbsumfeldes. Erst die Kombination aus Kennzahlen-Analyse, qualitativer Bewertung und eigener Recherche macht aus 21 Größen echte Anlageentscheidungen. Fünf Heuristiken halten die Analyse ehrlich: Branchenkontext zuerst — Tech handelt systemisch teurer, Banken systemisch günstiger; Mehrjahrestrend statt Stichtag — eine einzelne Quartalszahl ist Lärm, erst die 5-Jahres-Linie zeigt Qualität; Cashflow vor Bilanzgewinn — Earnings können geglättet werden, operativer Cashflow ist die ehrlichste Kennzahl der GuV; nie auf eine Kennzahl allein vertrauen — ein hohes ROE bei massiver Verschuldung ist gehebelte Schwäche, kein Zeichen von Stärke; qualitative Faktoren entscheiden mit — Management, Burggraben, Wettbewerbsdynamik. Kennzahlen sind das Skelett, das Geschäftsmodell ist das Fleisch.
Aktienanalyse ist die Grundlage. Für strukturierte Portfoliokonstruktion, Asset-Allokation und steueroptimierte Vermögensplanung lohnt sich das Gespräch — kein Verkaufstermin, sondern Sparring auf Augenhöhe.