
Wir haben 2011 erfolgreich ein Einfamilienhaus gebaut, im Anschluss habe ich über 500 Tipps und Tricks zusammengetragen
Beim Hausbauvertragsabschluss sollte man wissen, dass der Effekt von „strategischen Falschangaben“ in der Verhandlung mit dem Bauträger zu tragen kommt – der Verkäufer macht nur einmal ein Geschäft mit dem Bauherrn und verspricht bis zur Unterschrift somit alles. (Das Moral Hazard Problem unterstelle ich mal nicht 😉 )
Zusätzlich ist der Hauskauf für die meisten Bauherren die größte Einzelinvestition ihres Lebens und dabei kommt dann ein weiterer Effekt zum tragen, welcher besagt, dass man bei größeren und einmaligen Ausgaben irgendwann bei zu vielen Details ermüdet und einfach die Sache jetzt unterschreiben möchte.
Was auch gerne unerwähnt bleibt ist die Tatsache, dass sehr viele Stakeholder von dem innigen Wunsch eines Eigenheims profitieren. – Der Bauträger (> 30 % Gewinn), die Bank durch den Kredit und das Pfändungsrecht, die/der Stadt/Gemeinde/Staat mit Steuereinnahmen (bsp. MwST) und Abgaben (Grundsteuer) und nicht zuletzt der Arbeitgeber da der typische, abhängig, Beschäftigte sich 10 – 20 Jahre lang durch die Schuldentilgung bindet und deshalb entsprechend (fleißig) Frondienst leistet.
Im Rückblick zusammengefasst die wichtigsten Erkenntnisse
Was haben wir richtig gemacht:
- Haus mit Keller gebaut
- Wir hatten die Möglichkeit täglich auf die Baustelle zu gehen
- Während des Dachausbau, gleich der Einbau der Photovoltaik Anlage
- Intensives Verhandeln bei Preisen (Banken und Bauträgern) und schriftlich alles festhalten
- Das Buch „Küchen clever kaufen“ vor dem Kauf der Küche gelesen
- Bauen mit Holz aus Umweltgesichtspunkten, sehr gutes Raumklima und wir haben einen Gasverbrauch von nur 550 € im Jahr (Stand 2020)
- Internet-Finanzierung / Bank hat immer sehr gut geklappt
- Frühzeitig einen Anwalt zur Rate gezogen – bei Interesse ich kenne einen sehr guten 😉
- Belüftungsanlage, gerade bei den heute super dicht gebauten Haushüllen ein muss
- Wasserzisterne und versickerungsfähige Steine im Außenbereich, spart jährlich Gebühren
- Hat meine Frau und mich als Team deutlich stärker zusammengeschweißt
- Eine Endreinigung eines Neubau`s kostet 400 € +, wenn am Preis nix mehr geht
Was würde ich heute stärker beachten:
- Deckhöhen statt 2,50 m eher 2,70 m höhe, gerade bei größeren Räumen
- Sanitär und Heizungshandwerker aus der Region -> an zukünftige Kundendienste und Reparaturen denken
- Bauträger einen schriftlichen Projektplan verlangen
- U-Wert der Hauswand eher theoretischer Wert – Kostentreiber (Blowerdoor-Test wichtiger)
- Stärker auf das Schallschutzkonzept achten
- Fenstergrösse bei 3fach-Verglasung ist die Lichtdurchlässigkeit reduzierter und auf tech. Zeichnungen wurden bei uns die tatsächliche Rahmendicke falsch dargestellt
- Immer Liquidität auf dem Konto beim Bauen sicherstellen, Handwerker sind mach mal sehr eigens wenn sie plötzlich und sofort die Rechnung bezahlt haben wollen
- Auswahl des Baugutachters und Leistungsnachweis (Adressen wo man anrufen kann), wir hatten einen wirklichen „minder Performer“
- Auswahl der Handwerker – mache Firmenchefs behandelt ihre, abhängig, Beschäftigen richtig mies und lassen sie schuften bis zur Erschöpfung
Im Rahmen unseres Hausbaus habe ich (damals) alle Punkte zusammengetragen die uns beim Bauen so aufgefallen sind und die einem typischerweise der „Häusleverkäufer“ des Vertrauens, vor dem Vertragsabschluss, nicht gleich zuerst sagt.
Vorab, ich bin weder ausgebildeter Experte auf dem Gebiet noch arbeite ich in der Baubranche, meine Aufstellung erhebt auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit 🙂
Tipps und Erfahrungen beim Hausbau
(Version 1.6 / 2015)
Noch ein Hinweis:
– Wenn ihr noch weitere Punkte/Ergänzungen habt, schickt die mir doch gerne zu, dann würde ich diese ergänzen
– Wenn euch die Punkte wirklich weitergebracht haben, würde ich mich auch über eine Flasche Wein oder ein Amazon Gutschein sehr freuen

