Processmanagement

Hier die wichtigsten Begriffe rund um das Thema BPM – Business Process Management erklärt

Alle hier vorgestellten Modelle sind darauf ausgerichtet, den Erfolg eines Unternehmens zu steigern. Sie unterstützen Organisationen dabei, effektiver zu arbeiten und ihre Ziele zu erreichen.

  1. Business Model Canvas (BMC):
    • Schwerpunkt: Das BMC konzentriert sich auf das Geschäftsmodell eines Unternehmens. Es beschreibt, wie ein Unternehmen Wert für seine Kunden schafft, liefert und monetarisiert.
    • Anwendung: Es wird hauptsächlich für strategische Planung und Geschäftsmodell-Innovation verwendet, ideal für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle oder die Überarbeitung bestehender Modelle.
  2. Business Capability Model (BCM):
    • Schwerpunkt: Das BCM fokussiert sich auf die Fähigkeiten (Capabilities) eines Unternehmens, also was ein Unternehmen tun kann. Diese Fähigkeiten sind hochgradig abstrakt und stabil und beziehen sich nicht auf spezifische Prozesse oder Abläufe.
    • Anwendung: Es wird verwendet, um die Kernkompetenzen und strategischen Ressourcen eines Unternehmens zu identifizieren und zu strukturieren, oft im Rahmen von Organisationsentwicklung und strategischer Planung.
  3. Business Process Management (BPM):
    • Schwerpunkt: BPM konzentriert sich auf das Management, die Optimierung und die Verbesserung der Geschäftsprozesse eines Unternehmens. Es geht um die konkreten Abläufe und Schritte, die in einem Unternehmen durchgeführt werden, um Aufgaben und Ziele zu erfüllen.
    • Anwendung: Es wird eingesetzt, um Prozesseffizienz zu steigern, Kosten zu senken, die Leistung zu verbessern und eine kontinuierliche Prozessverbesserung zu erreichen. BPM ist sehr operativ und praxisorientiert.
  4. Value Chain (Wertschöpfungskette):
    • Schwerpunkt: Die Value Chain beschreibt, wie ein Unternehmen durch verschiedene Aktivitäten, von der Produktentwicklung bis zum Kundenservice, Wert schafft und Wettbewerbsvorteile erzielt.
    • Anwendung: Sie dient zur Analyse und Optimierung dieser Aktivitäten, um Effizienz zu steigern, Kosten zu reduzieren und den Gesamtwert für Kunden und Unternehmen zu erhöhen.

Wichtigste BPM Prozesse im Unternehmen und jeweils kurz erläutert:

  • Order-to-Cash (O2C): Dieser Prozess beginnt mit der Auftragserfassung und endet mit dem Eingang der Zahlung des Kunden. Er umfasst Auftragserfassung, Auftragsabwicklung, Auslieferung, Rechnungsstellung und Zahlungseingang.
  • Purchase-to-Pay (P2P): Auch als Procure-to-Pay bekannt. Dieser Prozess umfasst die Beschaffung und Verwaltung von Rohstoffen oder Produkten von Lieferanten, die zur Herstellung von Produkten oder Dienstleistungen benötigt werden. Er beginnt mit der Bedarfsanforderung und endet mit der Zahlung der Rechnung.
  • Request for Proposal (RFP): Der RFP-Prozess ist ein Verfahren, bei dem ein Unternehmen oder eine Organisation spezifische Anforderungen für ein Projekt oder eine Dienstleistung formuliert und diese an potenzielle Lieferanten sendet, um Vorschläge für Lösungen und Kostenangebote einzuholen, die dann bewertet und verglichen werden, um den besten Lieferanten oder Dienstleister für das Projekt oder die Dienstleistung auszuwählen.
  • Engineering-to-Order (E2O): ist ein kundenspezifischer Prozess, bei dem eine maßgeschneiderte Lösung von der Konzeptphase über die Design- und Herstellungsphase bis hin zur endgültigen Lieferung und Inbetriebnahme basierend auf den spezifischen Anforderungen des Kunden entwickelt und implementiert wird.
  • Configure-to-Order (C2O): In diesem Prozess wählt der Kunde aus einer Reihe von vordefinierten Optionen, um ein Produkt zu konfigurieren, das seinen spezifischen Bedürfnissen entspricht. Sobald der Kunde seine Auswahl getroffen hat, wird das Produkt entsprechend konfiguriert und hergestellt.
  • Make-to-Order (M2O): Bei diesem Prozess beginnt die Produktion eines Produkts erst, nachdem ein Kunde einen Auftrag erteilt hat. Die Spezifikationen des Produkts basieren auf den Anforderungen des Kunden, und das Produkt wird speziell für diesen Auftrag hergestellt.
  • Assemble-to-Order (A2O): Bei diesem Prozess werden Teile oder Komponenten eines Produkts im Voraus hergestellt und gelagert, aber das endgültige Produkt wird erst nach Erhalt des Kundenauftrags zusammengebaut. Dies ermöglicht eine gewisse Anpassung an die Kundenbedürfnisse, während die Lieferzeit im Vergleich zu Make-to-Order reduziert wird.
  • Build-to-Order (B2O): Dieser Prozess ähnelt dem Make-to-Order, beinhaltet jedoch oft größere und komplexere Produkte, wie z. B. maßgeschneiderte Maschinen oder Anlagen, die speziell nach den Anforderungen des Kunden gebaut werden.
  • Quote-to-Order (Q2O): Bei diesem Prozess sendet der Kunde eine Anfrage oder ein Angebot (Quote) an das Unternehmen, das dann einen Preis und die Bedingungen für den Auftrag festlegt. Nachdem der Kunde das Angebot angenommen hat, wird es zu einem Auftrag.
  • Record-to-Report (R2R): Dieser Prozess beinhaltet die Erfassung, Verarbeitung und Bereitstellung von Finanzdaten und Berichten. Er beginnt mit der Erfassung von Geschäftstransaktionen und endet mit der Erstellung von Finanzberichten.
  • Hire-to-Retire (H2R): Dieser Prozess umfasst den gesamten Lebenszyklus eines Mitarbeiters im Unternehmen, von der Rekrutierung über die Einarbeitung, die Leistungsbeurteilung, die Weiterbildung bis hin zum Ausscheiden.
  • Quote-to-Cash (Q2C): Dieser Prozess umfasst alle Schritte vom Angebot bis zum Zahlungseingang. Er beinhaltet die Angebotserstellung, die Vertragsverhandlung, die Auftragsabwicklung, die Rechnungsstellung und den Zahlungseingang.
  • Forecast-to-Plan (F2P): Dieser Prozess bezieht sich auf die Planung und Prognose der Geschäftsaktivitäten eines Unternehmens. Er umfasst die Prognose des Geschäftsvolumens, die Planung der Ressourcen und die Erstellung von Betriebs- und Finanzplänen.
  • Idea-to-Launch (I2L): Dieser Prozess beinhaltet die Transformation einer Geschäftsidee in ein auf den Markt gebrachtes Produkt oder eine Dienstleistung. Er umfasst die Ideengenerierung, die Produktentwicklung, die Marktforschung, die Markteinführung und die Überwachung des Markterfolgs.
  • Incident-to-Resolution (I2R): Dieser Prozess bezieht sich auf das Management von Zwischenfällen oder Problemen. Er beginnt mit der Meldung eines Problems und endet mit dessen Lösung.
  • Design-to-Manufacture (D2M): Dieser Prozess umfasst die Entwicklung und Fertigung von Sondermaschinen vom ersten Entwurf bis zur Fertigstellung des Endprodukts. Er beinhaltet die Konzeption, das Design, die Prototypenentwicklung, die Tests und die endgültige Fertigung.
  • Concept-to-Prototype (C2P): Dieser Prozess beinhaltet die Transformation eines Konzepts oder einer Idee in einen physischen Prototyp. Er ist von entscheidender Bedeutung im Sondermaschinenbau, um sicherzustellen, dass die Maschine wie geplant funktioniert, bevor die vollständige Produktion beginnt.
  • Requirement-to-Validation (R2V): Dieser Prozess umfasst die Festlegung der Kundenanforderungen, die Entwicklung einer Lösung, die diese Anforderungen erfüllt, und die Validierung der Lösung durch Tests und Überprüfungen. Er ist besonders wichtig im Sondermaschinenbau, da die Maschinen oft auf spezifische Kundenanforderungen zugeschnitten sind.
  • Bid-to-Order (B2O): Dieser Prozess umfasst die Erstellung und Übermittlung von Angeboten an potenzielle Kunden und die Umwandlung dieser Angebote in Aufträge. Er beinhaltet das Verstehen der Kundenanforderungen, das Erstellen eines passenden Angebots, die Verhandlung des Preises und die Auftragsbestätigung.
  • Install-to-Operate (I2O): Nach der Herstellung und Lieferung der Sondermaschine umfasst dieser Prozess die Installation, Inbetriebnahme und den Übergang zur normalen Betriebsführung. Dies kann auch Schulungen für das Bedienpersonal und den technischen Support nach der Installation beinhalten.
  • Failure-to-Repair (F2R): Im Falle eines Ausfalls oder einer Fehlfunktion der Maschine beinhaltet dieser Prozess die Diagnose des Problems, die Durchführung der Reparaturen und die Wiederinbetriebnahme der Maschine.
  • Incident-to-Resolution (I2R): Dieser Prozess beinhaltet das Management von Serviceanfragen oder -problemen. Er beginnt mit der Meldung eines Problems und endet mit dessen Lösung.
  • Contract-to-Renewal (C2R): Dieser Prozess umfasst das Management von Serviceverträgen von der Erstellung bis zur Erneuerung. Er beinhaltet das Erstellen und Verhandeln von Verträgen, das Bereitstellen von Dienstleistungen gemäß dem Vertrag und das Verwalten von Vertragsverlängerungen.
  • Call-to-Service (C2S): Dieser Prozess bezieht sich auf die Reaktion auf einen Serviceanruf oder eine Serviceanforderung. Er beginnt mit der Annahme des Anrufs oder der Anfrage und endet mit der Erbringung des Service.
  • Repair-to-Return (R2R): Dieser Prozess bezieht sich auf das Management von Reparaturen. Er beginnt mit der Meldung eines Defekts oder Ausfalls und endet mit der Rückgabe des reparierten Produkts an den Kunden.
  • Request-to-Fulfillment (R2F): Dieser Prozess bezieht sich auf das Management von Kundenanfragen, von der Erstkontaktaufnahme bis zur Erfüllung der Anfrage. Er kann Bestellungen für Ersatzteile, Wartungsanfragen oder Anfragen für zusätzliche Dienstleistungen umfassen.
  • Feedback-to-Improvement (F2I): Dieser Prozess beinhaltet das Sammeln und Verwenden von Kundenfeedback, um Verbesserungen in Produkten oder Dienstleistungen zu identifizieren und umzusetzen.
  • Demand-to-Supply (D2S): Dieser Prozess umfasst die Vorhersage der Nachfrage nach Ersatzteilen, die Planung der Produktion oder des Einkaufs dieser Teile und die Sicherstellung ihrer Verfügbarkeit zur Erfüllung der Kundennachfrage.
  • Inquiry-to-Order (I2O): Dieser Prozess beinhaltet die Bearbeitung von Kundenanfragen für Ersatzteile, die Bereitstellung von Informationen über Verfügbarkeit und Preise, und die Umwandlung dieser Anfragen in Aufträge.
  • Order-to-Delivery (O2D): Nachdem ein Auftrag aufgegeben wurde, umfasst dieser Prozess die Kommissionierung, Verpackung und den Versand des Ersatzteils an den Kunden.
  • Return-to-Refurbish (R2R): Dieser Prozess bezieht sich auf die Rückgabe von defekten oder alten Ersatzteilen durch den Kunden, ihre Überholung oder Reparatur, und ihre Wiederverwendung oder Wiederverkauf.
  • Stock-to-Serve (S2S): Dieser Prozess beinhaltet die Verwaltung von Lagerbeständen von Ersatzteilen, um sicherzustellen, dass ausreichend Teile zur Verfügung stehen, um die Nachfrage zu bedienen, ohne dass übermäßige Mengen gelagert werden, die Lagerkosten verursachen.
  • Failure-to-Repair (F2R): Im Falle eines Ausfalls oder einer Fehlfunktion eines Ersatzteils beinhaltet dieser Prozess die Diagnose des Problems, die Durchführung der Reparaturen und die Wiederinbetriebnahme des Teils.

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